PSYCHOSOMATISCHE MEDIZIN UND PSYCHOTHERAPIE KLINISCHE HYPNOSE
PSYCHOSOMATISCHE MEDIZIN UND PSYCHOTHERAPIEKLINISCHE HYPNOSE  

FRAGEN ZU HYPNO+, FRAGEN ZUR KLINISCHEN HYPNOSE

Was ist Klinische Hypnose keinesfalls?

  • Das Klischee: Sehr häufig erscheint dem Laien Hypnose als ein Phänomen, das durch besondere Gaben des Hypnotiseurs bewirkt wird. Der Hypotisierte verhält sich offensichtlich dann willenlos wie ein Roboter und übt Tätigkeiten aus, die er sonst so nicht durchführen würde. Danach scheint er sich an nichts mehr zu erinnern.
  • Dieses Bild der Hypose in der Öffentlichkeit ist stark geprägt von Hypnoseshows, Pseudoreality-Sendungen, machmal sogar in Verbindung mit kriminellen Handlungen. In diesen Hypnoseshows mit Jahrmarktscharakter wird Geld verdient. Sie funktionieren im Wesentlichen mit sozialpsychologischen Raffinessen und Zaubertricks. Nur der kleinste Teil der Show hat mit Hypnose zu tun. Es werden jedoch immer wieder die selben Klischees und Ängste der Zuschauer bedient: in einem geschicktem Schauspiel wird demonstriert, wie der Hypnotiseur "Macht über andere Menchen" hat, die sich dabei oft "zum Affen" machen lassen. Es werden mit Schauspielern und den etwa 10% hochsuggestiblen Mitakteuren aus dem Publikum Verhaltensweisen präsentiert, kurz eine Show geboten - meist mit peinlichem und groteskem Charakter - was von den Mitspielern oft erst im Nachhinein realisiert wird.
  • Hypnose in dieser Form geht mit Risiken für die Teilnehmer einher und sollte auch bei uns verboten werden (z.B. Israel, Schweden, Österreich, Bayern z.B. auf dem Oktoberfest).
  • Showhypnotiseure haben meist nicht die Kompetenz, mögliche Gefährdungen der Mitspieler aus dem Publikum zu erkennen.
  • Showhypnose muss klar von der therapeutischen Klinischen Hypnose unterschieden werden, wie approbierte Fachleute sie im Rahmen eines Therapiekonzeptes anwenden.
  • Hypnose ist nichts mystisches, magisches oder unerklärliches!
  • Klinische Hypnose ist seriös!

Was ist Klinische Hypnose? - Wunsch und Wirklichkeit!

  • Klinische Hypnose ist die Kunst, mit Hilfe der Vorstellungskraft eine „alternative“ Wirklichkeit zu gestalten. Ziel ist es, den Patienten in den Trancezustand zu führen und ihm dort jene Erfahrungen zu erschließen, die für ihn zur Symptom- oder Problem- bewältigung hilfreich sind.  Hypnose ist kein Schlafzustand, sondern ein Zustand erhöhter Aufmerksamkeit und Konzentration. Dieser Zustand ist ähnlich dem Zustand der inneren Versenkung eines hingebungvoll spielenden Kindes oder eines ergriffenen Beobachters einer spannenden Sportveranstaltung. Er ist vergleichbar dem Erleben einer langen Autobahnfahrt, bei der sich das Empfindung für die Fahrstrecke und das Zeitgefühl verändert haben.
  • Der schottische Arzt J. Braid (1795-1860) benannte 1843 die auftretenden "schlafähn- lichen" Zustände nach dem griechischen Gott des Schlafes, Hypnos. Später konnte nachgewiesen werden, dass es sich nicht um Schlaf handelte, die Wissenschaft behielt den Begriff Hypnose jedoch bei.
  • H. Bernheim (1840-1919) führte 1917 den Begriff der Suggestion ein und machte das Wirken psychologischer Faktoren verantwortlich anstelle physikalischer Kräfte - damals war das eine Provokation der Fachwelt.
  • S. Freud (1856-1939) wandte als junger Arzt Hypnose an und entdeckte, dass damit Symptome wie Lähmungen verschwanden. Daraus folgerte er, dass körperliche Beschwerden psychisch bedingt sein können und auch psychotherapeutisch geheilt werden können. Damals war das eine revolutionäre Idee!
  • Hypnose ist einfach!

Klinische Hypnose und Wissenschaft

  • Klinische Hypnose gehört zu den wirklich wenigen Psychotherapiemethoden, die seriös-wissenschaftlich belegt sind und durch viele Studien abgesichtert als effektiv beurteilt werden:
    • Vom US-amerikanischen Department of Health, Education and Welfare (DEWH) wurde aufgrund zahlreicher experimenteller Befunde (Coe u. Ryken 1983) die Anwendung von Hypnose als unbedenklich eingestuft.
    • In England wurde Hypnose von der British Medical Association (BMA) 1952 in die Ausbildung klinischer Berufe übernommen.
    • Die American Medical Association (AMA) anerkannte 1961 Hypnose als wissenschaftlich begründetes Therapieverfahren.
    • In Deutschland wurden im sogenannten Eppendorfer Forschungsgutachten Therapieme- thoden kritisch überprüft und die Hypnose wurde positiv beurteilt (Meyer 1991).
    • Von der Fachwelt kaum bemerkt: am 27.03.2006 wurde die Hypnotherapie als effektives Therapieverfahren durch den Wissenschaftlichen Beirat Psychotherapie anerkannt.
  • Klinische Hypnose ist wirkungsvoll!

Wie funktioniert Hypnose?

  • Verschiedenste Techniken und Rituale zur Tranceinduktion wurden über Jahrtausende eingesetzt. Hinweise findet man in den Veden und im Mahabharata, den alten Epen der Hindus, ebenso bei den Ägyptern. Auch beim Äskulapkult der Griechen wurde hypnotischer Heilschlaf induziert (Eliade 1960, Edelstein 1967). Noch heute sind in vielen indigenen Kulturen ähnliche Vorgehensweisen und Rituale zu finden: bei den australischen Aborigines, auf Borneo (Bongartz 1987), in Nepal (Biswas et al. 2000) und in Indien (Kakar 1984).
  • Durch Hypnose kommt es zur Umgehung der sogenannten "kritischen Instanz" und zur Veränderung von biologischen Gedächtnis- und Denkprozessen, so dass es zu einer Neuverknüpfung und Neubewertung von Erlebnisanteilen kommen kann.
  • So können neue Sichtweisen entstehen, Verhaltensmuster durchbrochen, emotionale Blockaden aufgelöst und körperliche Heilungsprozesse gefördert werden.
  • In der Klinischen Hypnose wird niemandem der "Wille aufgezwungen"!
  • Der Hypnotisant selber führt den Zustand herbei, den der Hypnotiseur in einem abge- stimmten und erlernbaren Interaktionsprozess einleitet.
  • Der Hypnosezustand kann jederzeit vom Hypnotisanten unterbrochen werden, z.B. bei Gefahr. Der Prozess kommt aber auch von selber an ein natürliches Ende, vergleichbar einem Mittagschlaf.
  • In der Klinischen Hypnose bekommt der Patient Zugang zu bislang unbewussten Ressourcen und Möglichkeiten.
  • Er kann diese Fähigkeit zur Linderung oder Behebung seiner Symptome und Probleme einsetzen, erhöht damit seine Selbstwirksamkeit und seine Würde - ganz im Gegensatz zur Showhypnose.
  • Hypnose funktioniert!

Funktioniert Hypnose auch bei mir?

  • Die Erfahrung zeigt, dass die Begabung zur Hypnotisierbarkeit ("Suggestibilität") sich von Mensch zu Mensch unterscheidet, d.h. im Einzelfall muss man es ausprobieren.
  • Je intensiver dieses Erleben ist, umso eher werden diese Erfahrung und Erlebnisse in der konkreten Lebenswirklichkeit umgesetzt werden.
  • Auch Ziel und Absicht sind entscheidend: für die Ausschaltung von Schmerzen ist zum Beispiel ein tieferer Trancezustand erforderlich.
  • Wer eine Begabung für Entspannung mitbringt, sich Szenen gut vorstellen kann, der wird sich schon anfänglich leicht tun. Für die meisten Menschen gilt aber wie sonst im Leben auch:
  • Hypnose lässt sich lernen!

DGH - Deutsche Gesellschaft für Hypnose und Hypnotherapie

Hinweis: Film zur DGH

Die wissenschaftlich fundierten deutschsprachigen 
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© Dr. Günther Bogner

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